Zur Eröffnung der neuen Fischzuchtanlage der Kroisleitners im steirischen Rettenegg wurde mit der regionalen Bevölkerung zünftig gefeiert. Nagelneu im Angebot sind Führungen, Kurse –
und eine eigene Gastronomie.
Ein Soft opening sieht ganz anders aus. Der neue Standort der Fischzucht Kroisleitner imsteirischen Rettenegg geht direkt in die Vollen.
Am 15. März, zur Eröffnung der neuen Anlage samt Schaubetrieb und eigener Gastronomie, haben sich trotz minimaler Werbung mehrere hundert Gäste aus dem Ort und der Umgebung angekündigt, die Betriebsführungen mitzumachen und anschließend thematisch stimmig verpflegt zuwerden. Das Ganze nimmt fast den Charakter eines Dorffestes an – man freut sich sichtlich, hier an der Feistritz, südlich vom Semmering, dass heute etwas los ist.
Gastroleiter und Küchenchef Steffen Schweda und sein Team tragen den großen Andrang mit Fassung, behalten trotz Kaltstart den Durchblick. Auch Renate Kroisleitnerist heute in der Küche zu Gange, während ihr Mann Franz im Gastraum und Draußenzahllose Hände schüttelt, Fragen beantwortet und kleine Geschenke zur Eröffnung entgegennimmt. Seine Mitarbeiter:innen führen die Gäste in Gruppendurch die neue Anlage, zeigen Bruthaus, Becken und Verarbeitung, erzählen unter anderem von den rund eine Million Setzlingen, die hier am Standort über eineinhalb Jahre produziert werden.


Breit aufgestellt
Der Kundenstamm der Kroisleitners setzt sich in Sachen Speisefisch aus Privatkunden, Einzelhandel und Gastronomie zusammen. Bei letzterer ist vom einfachen Landgasthaus bis zum noblen Restaurant alles dabei. Forelle, Saibling, Lachsforelle, saisonal auch Karpfen, Saiblings- und Lachsforellenkaviar sind im Sortiment.
Die befruchteten Augenpunkteier, Brütlinge, Setzlinge und fangfähige Besatzfische werden außerdem an andere Fischzuchten, an Angelvereine und private Teichbesitzer verkauft.
Bewusstsein schaffen
Franz Pusterhofer führt derweil die nächste Gruppe durchs Gelände. Ganz klein sei die Zucht der Kroisleitners vor über vier Jahrzehnten entstanden, erzählt er. Fische für die Gäste am Hof der Familie und für den Eigenbedarf sollte sie liefern, mehr war es anfangs nicht. Mittlerweile habe sich der Betrieb „zu einer renommierten Fischzucht gemausert“. Die 8 bis 9 Grad kalte eigene Quelle, die 90 Liter Bergwasser pro Sekunde liefert, sei ideal für die Fischzucht hier. Zwei bis zweieinhalb Jahre braucht eine Regenbogenforelle, bis sie als Speisefisch verwertbar ist. Bei den deutlich größeren Lachsforellen dauert es eher vier Jahre.
Neben dem Anliegen, solches und mehr Wissen bei den Führungen zu vermitteln, werden in Rettenegg auch Kurse angeboten, die weiter ins Detail gehen: Einmal „Fische richtig verarbeiten – vom Fang bis auf den Teller“, außerdem „Ihr eigener Fischteich Expertenwissen vom Profi“.
Prost Mahlzeit
Forellenzucht Kroisleitner
Vor 45 Jahren am Hof der Kroisleitners in Rettenegg als kleine Zucht für Eigenbedarf und Hausgäste begonnen, hat die Fischzucht mittlerweile mehrere Standorte in der Region. Jüngster Zugang ist die großzügige neue Anlage in Rettenegg. Insgesamt werden pro Jahr rund 60 Tonnen Fisch werden verarbeitet, 25 davon am neuen Standort.
In der Küche steppt derweil weiter der Bär: Die Verkostungsteller wandern im Eiltempo in den Gastraum, der Platz für rund hundert Gäste bietet. Dazu sind heute gebackene Fischschnitzel von der Forelle im Programm. Renate und Franz Kroisleitner, Steffen Schwede und ihr Team geben alles – und es läuft rund.
Um die 350 Eröffnungsgäste und exakt 304 Essen werden es am Ende gewesen sein – Sperrstunde 4 Uhr Früh.
Das geht tatsächlich als Dorffest durch.

© Text/Fotograf: Michael Rathmayr