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Jeden Teller auf höchstem Niveau
Interview mit Paul Wiedemair

Paul Wiedemair zählt zu den erfolgreichsten Nachwuchsköchen Österreichs: Nach seinem Landessieg bei den TyrolSkills 2025 holte der Osttiroler 2026 den Staatsmeistertitel bei den JuniorSkills Austria. Im Interview spricht er über seinen Weg zum Erfolg, seine Leidenschaft und die Herausforderungen der Wettbewerbe.

Herr Wiedemair, Sie haben im Frühjahr den Staatsmeistertitel bei den „JuniorSkills 2026“ gewonnen. Wie haben Sie sich auf den Wettbewerb vorbereitet?

Ich habe mich mehrere Monate intensiv vorbereitet – mit Trainings in Innsbruck, zusätzlichen Einheiten nach der Arbeit und an freien Tagen sowie viel Übung zu Hause. Außerdem habe ich im Betrieb vieles ausprobiert und gezielt an meiner Technik, meinem Zeitmanagement und meiner sauberen Arbeitsweise gefeilt. Mein Ziel war es, auch unter Wettbewerbsbedingungen konstant gute Leistungen zu erbringen.

Welche Aufgaben mussten Sie während der Meisterschaften bewältigen?

Ich musste ein viergängiges Menü mit Vorspeise, Suppe, Hauptgang und Dessert innerhalb einer vorgegebenen Zeit zubereiten und die Gänge im 30-Minuten-Abstand servieren. Bewertet wurden Geschmack, Technik, Sauberkeit und Präsentation. Die Pflichtvorgaben waren Huhn in Vorspeise und Suppe, zweierlei vom Schwein im Hauptgang und Germ im Dessert. Zusätzlich gab es noch eine Mystery-Aufgabe mit drei Saucen. Die größte Herausforderung war, während des gesamten Wettbewerbs konzentriert zu bleiben und trotz des Zeitdrucks jeden Teller auf höchstem Niveau abzuliefern.

Sie absolvieren Ihre Lehre zum Koch im Almfamilyhotel Scherer in Obertilliach. Welche Rolle haben Ihr Ausbildungsbetrieb, Ihre Ausbilder:innen sowie Ihr Team auf dem Weg zum Staatsmeistertitel gespielt?

Mein Ausbildungsbetrieb hat einen entscheidenden Anteil an diesem Erfolg. Vom ersten Tag an wurde ich bestens begleitet und hatte die Möglichkeit, mich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln. Meine Ausbilder haben ihr Wissen und ihre Erfahrung mit mir geteilt, mich gezielt auf den Wettbewerb vorbereitet und mir stets das Vertrauen geschenkt, mein Bestes zu geben. Dafür bin ich sehr dankbar.

Hat sich Ihr Arbeitsalltag seit Ihrem Sieg verändert? Wird man plötzlich anders wahrgenommen?

Natürlich wird man nach so einem Erfolg öfter darauf angesprochen. Es freut mich, dass sich so viele Menschen mit mir freuen und meine Leistung wertschätzen. Im Arbeitsalltag hat sich aber eigentlich nicht viel verändert. Für mich zählt, jeden Tag dazuzulernen, hart zu arbeiten und mich als Koch immer weiterzuentwickeln.

Sie befinden sich derzeit im dritten Lehrjahr. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie aus?

Kein Tag ist wie der andere. Am Morgen bereiten wir die Küche vor und starten mit den Vorbereitungen. Danach arbeite ich auf meinem Posten die anfallenden Aufgaben ab – vom Vorbereiten bis zum Anrichten. Besonders gefällt mir, neue Gerichte umzusetzen und am Ende zu sehen, wie alles zusammenpasst.

Und wenn Sie nur für sich selbst kochen – was kommt dann auf den Teller?

Ich würde mich wahrscheinlich gar nicht auf ein bestimmtes Gericht festlegen. Das würde ich spontan entscheiden – je nachdem, worauf ich Lust habe und welche Zutaten zur Verfügung stehen. Ich probiere gerne Neues aus und lasse dabei auch moderne Techniken einfließen. Gerade bei scheinbar einfachen Gerichten zeigt sich, wie sauber und präzise man arbeitet – da kann man sich nicht hinter vielen Komponenten oder aufwendiger Deko verstecken.

Viele Jugendliche überlegen, ob eine Lehre im Tourismus der richtige Weg für sie ist. Was würden Sie jungen Menschen mitgeben, die den Beruf des Kochs oder der Köchin in Betracht ziehen?

Ich würde jungen Menschen sagen, dass sie den Beruf einfach ausprobieren und mit Offenheit an die Sache herangehen sollen. Koch zu sein ist nicht immer leicht, aber man bekommt sehr viel zurück. Es ist ein Beruf, in dem man kreativ sein kann, jeden Tag Neues lernt und sich mit der Zeit immer weiterentwickelt.

Mit dem Staatsmeistertitel stehen Ihnen viele Türen offen. Haben Sie bereits Pläne für die Zeit nach der Lehrabschlussprüfung?

Nach der Lehrabschlussprüfung würde ich gerne weitere Erfahrungen sammeln und mich neuen Herausforderungen stellen. EuroSkills oder WorldSkills wären auf jeden Fall eine große Chance und ein Ziel, das mich sehr reizt. Da im Oktober noch das Bundesheer ansteht, muss ich die zeitliche Planung noch genau überlegen. Wenn es sich ausgeht, würde ich diese Möglichkeit aber sehr gerne nutzen.

Wenn Sie einmal nicht in der Küche stehen: Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?

Ich bin gerne in Bewegung – ob auf Skitour, beim Skifahren oder einfach draußen in den Bergen. Hauptsache, ich bin in der Natur und es gibt etwas zu entdecken. Im Sommer bin ich gerne mit dem Moped unterwegs, helfe zu Hause mit oder tüftle an irgendwelchen Sachen herum. Nach einem intensiven Arbeitstag setze ich mich auch gerne noch mit den Kollegen zusammen, wir reden darüber, wie der Tag gelaufen ist, tauschen uns ein bisschen aus und lassen den Arbeitstag gemütlich ausklingen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Zur Person:

Paul Wiedemair absolviert derzeit das dritte Lehrjahr zum Koch im Almfamilyhotel Scherer in Obertilliach. Im Frühjahr 2026 sicherte sich der Osttiroler bei den JuniorSkills Austria den Staatsmeistertitel in der Disziplin „Küche“ und zählt damit zu den besten Nachwuchsköchen Österreichs.

Rückfragehinweise für die Medien

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  • Team Marketing
  • Hauptstraße 150
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