Seit dem Mittelalter prägt der Weinbau die Wirtschaft des steirischen Stift Admont. Mit Dveri Pax entstand Anfang der 2000er-Jahre ein modernes Weingut, das Geschichte nicht nur bewahrt, sondern lebendig weiterführt.
Das Stift Admont, malerisch im Ennstal gelegen, ist nicht nur für seine weltberühmte Barockbibliothek bekannt, sondern auch für seine lange Weintradition. Bereits 1139, rund ein Jahrhundert nach der Gründung des Klosters, legten die Benediktiner den Grundstein für eine Weinproduktion, die über Jahrhunderte ein zentraler wirtschaftlicher Pfeiler blieb. Heute befindet sich das Weingut Dveri Pax in Jarenina, knapp hinter der österreichisch-slowenischen Grenze. „Früher gehörte das als Untersteiermark ja noch zu Österreich“, erklärt Wirtschaftsdirektor Franz Pichler.
Nach der Enteignung während der NS-Zeit kehrte das Gut Anfang der 2000er-Jahre wieder in den Besitz des Klosters. „Die Weingärten lagen damals brach. Wir mussten wirklich bei Null anfangen“, erinnert sich Pichler. Seither führt Kellermeister und Geschäftsführer Danilo Flakus das Weingut, unterstützt von einem kleinen, engagierten Team. „Inzwischen arbeiten auch seine beiden Söhne und seine Frau im Betrieb“, erzählt Pichler. Zusammen mit den langjährigen Mitarbeiter:innen entsteht so eine herzliche, fast familiäre Atmosphäre, die das Weingut prägt.
Dveri Pax bedeutet „Tor zum Frieden“. „Pax steht auf jedem Eingangstor eines Benediktinerklosters“, erklärt Gerhard Hafner, Abt des Stifts Admont. „Das heißt, wer eintritt, soll in Frieden eintreten und Frieden finden.“ Das Leitmotiv verbindet die Geschichte des Klosters mit dem Weingut und zieht sich weiter bis in das angrenzende Haubenrestaurant. Unter der Leitung der beiden Küchenchefs werden dort im Gewölbe des 450 Jahre alten Schlosses Jaringhof Kreationen der slowenischen Küche serviert, begleitet von Weinen aus eigenem Haus.
Das Weingut selbst erstreckt sich über rund 70 Hektar, verteilt auf die Lagen Maribor, Kapela-Radgona und Jeruzalem. „Das macht die Ernte recht aufwendig, heute würden wir das vielleicht etwas kleiner halten“, erklärt Pichler. Der Vorteil der Vielfalt liegt jedoch auf der Hand: Unterschiedliche Böden und Mikroklimata ermöglichen eine große Bandbreite an Rebsorten und Geschmacksrichtungen. „Slowenien ist eigentlich nicht für Rotwein bekannt, aber durch die Größe haben wir drei Rotweinsorten im Sortiment“, sagt der Wirtschaftsdirektor. Besonders stolz ist das Weingut auf die Rebsorte Furmint Šipon, die nur in Ungarn, Slowenien und kleinen Teilen des Burgenlandes vorkommt.
Jährlich werden rund 130.000 Flaschen Wein produziert, darunter Weißwein, Rosé und Rotwein – klassisch im Edelstahltank oder bei ausgewählten Jahrgängen als Premium-Wein in Holzfässern. „Das geht von Muskateller, Sauvignon, Traminer bis hin zu Riesling und Chardonnay. Außer Zweigelt und Grüner Veltliner können wir so ziemlich alles anbieten“, so Pichler. Hinzu kommen drei Schaumweine, die nach der klassischen Champagnermethode hergestellt werden. „Unser DP Brut ist ein Jahrgang 2014 und gerade bei Decanter in London ausgezeichnet worden, 94 Punkte Falstaff Gold“, freut sich der Wirtschaftsdirektor.
Ein Teil der Weine wird auch im Stift als Messwein verwendet. „Zu neunzig Prozent ist es der Welschriesling – ein frischer, leichter Wein“, erklärt Abt Gerhard Hafner. Früher war die Auswahl streng reglementiert, heute könne jeder Priester selbst entscheiden, welchen Wein er für die Messe verwendet.
Die Kundschaft des Weinguts ist ebenso vielfältig wie die Weine selbst – von Privatpersonen aus Österreich, die das Haubenrestaurant des Weinguts besuchen, über internationale Partner bis hin zu Kund:innen, die über den Webshop einkaufen. Eine besondere Kooperation besteht zudem mit Eurogast Landmarkt, die in ihrem Sortiment regionale Spezialitäten in den Vordergrund rücken. Außerdem beliebt bei den Kund:innen sind auch die Kultur & Genuss Veranstaltungen im Stift: Nach einem Besuch der weltberühmten Barock-Bibliothek, die mit ihren prunkvollen Regalen und historischen Schätzen beeindruckt, lädt ein Tasting im Stiftskeller dazu ein, die Weine von Dveri Pax kennenzulernen und zu verkosten.
„Das wird sehr gut angenommen“, erklärt Pichler, „aber es ist auch notwendig, denn bei so viel exzellentem Wein in der Branche braucht man ein Alleinstellungsmerkmal.“ Für Dveri Pax liegt dieses in der jahrhundertelangen Geschichte des Klosters und seiner Weingärten, die in jedem Glas mitschwingt. „Diese Geschichte möchten wir auch in Zukunft vermitteln und gleichzeitig zeigen, wie viel Herzblut in dem Weingut steckt“, betont Abt Gerhard Hafner.
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