Zu Besuch auf den Weingütern von Villa Sandi, inmitten der venezianischen Heimat des Prosecco, rund um Valdobbiadene.
Wie das perlt, nämlich weltweit. Dabei galt Prosecco außerhalb Italiens lange Zeit als bloße Sparmeister-Alternative zum erlauchten Champagner – völlig zu Unrecht, lässt sich rückblickend sagen. 2008 begann dann endlich, auch „dank“ der Wirtschaftskrise, die überfällige Imagekorrektur: Prosecco bekam auch anderswo jene hochverdiente eigene Identität, die er in Italien längst innehatte. Unter maßgeblicher Mitwirkung des von Giancarlo Moretti Polegato und seiner Familie geführten Unternehmens Villa Sandi organisierten sich die Winzer neu. Gezielte Marketingmaßnahmen zeigten Wirkung, der perlende Wein aus dem Veneto und Friaul war sprichwörtlich „on fire“, konnte auch gegen den spanischen Cava und Franciacorta aus der Lombardei bestehen, wie Flavio Geretto erzählt.
Als Global Export Director weiß Geretto, wovon er spricht. Villa Sandi kommt auf rund 30 Millionen Flaschen Wein pro Jahr, der Löwenanteil davon Prosecco. Rund 70 Prozent gehen mittlerweile in den Export, in alle Himmelsrichtungen: Europa bis Afrika, Asien bis in die USA und Südamerika.
Die größte Marke des familiengeführten Unternehmens, La Gioiosa, ist für den Einzelhandel bestimmt, die nach der namensgebenden, 1622 erbauten palladianischen Villa Sandi benannte Hausmarke, hat die Gastronomie im Blick.
Ein „demokratischer Wein“ sei der Prosecco, wird Giancarlo Moretti Polegato gerne zitiert. Anders als der elitäre Champagner, auch geschmacklich unkomplizierter, vielseitiger einsetzbar sei der italienische „new style of bubble“. Benannt ist der zu mindestens 85 Prozent aus Glera-Trauben gepresste Wein nach dem Örtchen Prosecco im Triester Karst. Die Winzer dort mochten den Namen „Glera“ nicht, änderten ihn zu Prosecco. Die Rebsorte heißt inzwischen wieder Glera, das Getränk behielt auch in der Region Treviso, der eigentlichen Wiege des Prosecco, den wohlklingenden neuen Namen.
Begehrteste Lage rund um Valdobbiadene sind die etwas östlich der Stadt gelegenen, hügeligen und malerisch schönen Weingärten in Cartizze. Nur 106 Hektar, überwiegend Steillagen unterhalb des fürs milde Mikroklima wesentlichen Monte Cesen, die sich unter 140 Eigentümern aufteilen. Maschinelle Ernte ist hier kaum möglich.
Von dem kalkhaltigen Sandstein und den Lehmböden in Cartizze kommen die Crus der Weingüter: Im Falle von Villa Sandi ist es der preisgekrönte La Rivetta Cartizze di Valdobbiadene Prosecco Superiore DOCG Brut.
Südlich des Flusses Piave, der die DOCG-Denomination Valdobbiadenes von jener Asolos trennt, liegt die Zentrale von Villa Sandi, in deren Zentrum die Villa aus dem 17. Jahrhundert steht, seit den 1970ern im Besitz der Moretti Polegatos. Als man bei den Restaurierungsarbeiten ein Netz an Untergrundtunneln entdeckte, die aus der Zeit des Ersten Weltkriegs stammen, entschieden die Brüder Mario und Giancarlo, diese zu nützen, unter dem Namen „Opere“ Spumante nach der klassischen italienischen Variante dort zu lagern, wo er zwischen zwei und sieben Jahre in den Flaschen heranreift.
Unter den familiengeführten Prosecco-Erzeugern ist Villa Sandi einer der bedeutendsten. Zu den 200 Hektar in Eigenbesitz bestehen Verträge und langwährende Partnerschaften für zusätzliche 1.800 Hektar Weinbauflächen. Es gibt größere Marken, aber die existieren oft nur außerhalb Italiens – eine physische Präsenz vor Ort im Treviso fehlt bei manchen. Bei Villa Sandi nehme man Reputation und Auftritt zu Hause in Italien sehr ernst, sagt Consuelo Donetto, Exportmanagerin für Europa, den Nahen Osten und Afrika. Nationale Auszeichnungen wie die prestigereichen „Tre Bicchieri del Gambero Rosso“ für den Cartizze La Rivetta heftet man sich groß auf die Fahnen. Zu den Touren durch die Weingärten, die Villa, das Tunnelnetz kommen in guten Jahren mehr als 20.000 Besucher. Teile der Weingärten sind öffentlich zugänglich, am Crocetta del Montello Estate finden sich zwischen den Reben neben großzügigen Spazierwegen sogar ein paar Fitnessgeräte.
Was die mittelfristige Zukunft angeht, sieht Flavio Geretto die USA als großen Wachstumsmarkt. Dort gebe es trotz stetig steigender Verkaufszahlen noch einiges zu tun, dem Prosecco jene Bekanntheit und Eigenständigkeit zu geben, die er in anderen Teilen der Welt inzwischen genießt.
Als akut größte Herausforderungen für Villa Sandi sieht er den Klimawandel – Hitze und Trockenheit, die auch den Weingütern um Valdobbiadene zu schaffen machen.
Bei Villa Sandi versuche man, dem so gut es geht entgegenzuwirken, meint Consuelo Donetto. Der wasserspendende Brentellakanal, der durchs Firmengelände fließt, wird zur Kühlung genutzt, zudem zur Stromerzeugung durch ein kleines Wasserkraftwerk geleitet. Photovoltaik, ein Schwerpunkt zur Biodiversität – so wolle man versuchen, Weingärten und Umwelt zu schützen, um auch künftig gesunde und hochqualitative Trauben zu keltern.
Villa Sandi Prosecco Spumante Millesimato Rosé DOC Brut
Die Farbe Rosé bei Schaumweinen und Champagner ist voll im Trend. Seit einigen Jahren darf auch Prosecco Rosé produziert werden, und das mit maximal 15 Prozent Anteil der Rebsorte Pinot Noir.
Deshalb ist Rosé Prosecco immer heller in der Farbe, zart, feminin anmutend, am Gaumen verspielt mit einer eleganter Perlage und immer eine Beerenfrucht, die den Gaumen nicht verlassen möchte.
Villa Sandi Prosecco La Rivetta 120 DOCG Valdobbiadene Extra Brut
Immer mehr spürt man den Trend, noch trockener als Brut zu trinken. In der Welt des Champagners häufen sich die „Zero Dosage“ Schaumweine, so auch bei Prosecco. Der La Rivetta Extra Brut von Villa Sandi ist ein grandioser Vertreter dieser Kategorie. Trotz der nicht ganz drei Gramm Restzucker verspürt man ein sehr vielschichtiges Aromenspiel und eine Ausgewogenheit am Gaumen, weil man die Mazeration bei diesem Prosecco etwas verlängert. Unterstrichen wird das Bukett von einer fast salzig-mineralischen Note, die sehr animierend wirkt und so ist der Prosecco La Rivetta ein idealer Speisenbegleiter für Meeresfrüchte und Fischgerichte, und auch ein mehr als passender Aperitif.
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