Seit sieben Generationen befindet sich das Gut Putterer in Familienhand und ist aus dem steirischen Ennstal nicht mehr wegzudenken. Seit 2022 führen Christian und Alexander Dornbusch den Betrieb und verbinden Tradition mit modernen Anforderungen.
Vor vier Jahren haben die beiden Brüder Christian und Alexander Dornbusch den traditionsreichen Familienbetrieb rund um das Gut Putterer übernommen. Zum Anwesen gehören der Puttererseehof mit Landhotel und Gastwirtschaft, der Putterer Stadl mit Skihütte und Apartments, das Putterer Schlössl als Jugendgästehaus und Eventlocation sowie der Putterersee mit Strandbad und Strandcafé. Weiters bewirtschaftet die Familie eine Landwirtschaft mit Direktvermarktung, Hofladen und Hoffleischerei. „Da haben wir wirklich ein großes Erbe angetreten“, erzählt Alexander Dornbusch, einer der beiden Gastgeber.
Das Stammhaus, der Gut Puttererseehof, stammt aus dem Jahr 1665 und war ursprünglich eine Gaststätte samt Bierbrauerei.
Die Geschichte des Putterer Schlössls, das rund 250 Meter entfernt liegt, reicht sogar bis ins 12. Jahrhundert zurück. Anfänglich als mittelalterlicher Wehrhof der Grafen von Putterer erbaut, wurde dieses Anwesen 1840 von den Vorfahren der heutigen Besitzerfamilie mit der großen Landwirtschaft und dem Putterersee zusammengeführt – und bildet seither einen wichtigen Teil der Putterer Betriebe. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts erkannte man das touristische Potenzial rund um das Naturjuwel Putterersee. In den beiden Häusern Gut Puttererseehof und Putterer Schlössl wurden schon damals in den Sommermonaten die ersten Touristen – sogenannte Sommerfrischler – beherbergt. Die Gäste, die hauptsächlich aus Städten kamen, genossen die Landluft, die steirische Bergwelt und vor allem den Putterersee als Badevergnügen. 1928 wurde die erste Badeanlage am See errichtet und zählte damit zu den ersten touristischen Freizeitanlagen dieser Art in der Steiermark.
Offiziell übernahmen Christian und Alexander das Familienanwesen im Jahr 2022, waren jedoch schon lange zuvor tief in den Betrieb eingebunden. Die beiden trennen zwar 13 Jahre Altersunterschied, jedoch nicht ihr gemeinsames Ziel, am wirtschaftlichen Strang des Betriebes zu ziehen. Christian genoss eine Ausbildung im Tourismus, Alexander besuchte eine weiterführende landwirtschaftliche Schule. Durch die verschiedenen Ausbildungen erkannten die Brüder ihre jeweiligen Stärken im vielseitigen Unternehmen – und so entschlossen sie sich, die Betriebe gemeinsam zu führen. Die Eltern, Elisabeth und Christian, banden ihre Söhne früh in wesentliche Entscheidungen ein, und Verantwortung wurde Schritt für Schritt übergeben. So wuchs die neue Generation behutsam in ihre Rolle hinein. Mittlerweile sind auch die Ehefrauen Katrin und Brigitte feste Bestandteile des Unternehmens.
Viele Traditionen werden im Betrieb seit Generationen gepflegt und auch von der siebten Generation bewusst weitergeführt.
Der Jahreskreislauf prägt das Familienleben: Raunächte, Osterfeuer, Maibaumaufstellen, Sonnwendfeuer und zahlreiche weitere Bräuche sind fixer Bestandteil im Jahreskalender der Familie Dornbusch. Gleichzeitig erleben Christian und Alexander den Wandel im Gastgewerbe hautnah. Früher war es selbstverständlich, dass vom Urprodukt bis zum fertigen Gericht alles aus der eigenen Landwirtschaft stammte, heute ist das eine Seltenheit. Auch die Rahmenbedingungen haben sich verändert: Klassische Wirtshäuser werden seltener in der Region, À-la-carte-Besuche nehmen zu und die Erwartungen der Gäste sind gestiegen. Herkunft, Qualität und Nachhaltigkeit der Produkte stehen stärker im Fokus. Zudem ist der Gast spontaner geworden: Buchungen erfolgen kurzfristiger, Stornierungen ebenso. Flexibilität ist heute wichtiger denn je.
Die eigene Landwirtschaft ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil des Betriebs. Sie umfasst Hühner, Rinder, Schweine, Weidegänse, Schafe sowie eine Teichwirtschaft mit Forellen und Saiblingen. Aus eigener Produktion stammen somit Eier, Rind- und Schweinefleisch, Lamm, Gänse, Forellen und Saiblinge. Das Getreide wird größtenteils als Futter genutzt, Roggen dient für das selbstgebackene Brot. Auch Nudeln aus eigenen Eiern, Knäckebrot, Aufstriche, Gerichte im Glas wie Beuscherl sowie Schnaps und Marmeladen aus dem Obstgarten entstehen direkt am Hof. Genau darin liegt die besondere Stärke des Familienbetriebes: die Möglichkeit, das Urprodukt selbst zu erzeugen und den gesamten Weg bis auf den Teller des Gastes transparent mitzugestalten.
„Wir sind persönlich sehr kritisch, was die Qualität von Lebensmitteln angeht – darum erzeugen wir sie gleich selbst“, erzählt Alexander stolz. Produkte, die nicht selbst hergestellt werden können, bezieht die Familie Dornbusch seit über 20 Jahren von Eurogast Liezen. Die Brüder betonen die langjährige, unkomplizierte Zusammenarbeit und schätzen besonders die persönliche Betreuung durch ihren Außendienstmitarbeiter, der ebenfalls aus dem Ort stammt. Geliefert wird zweimal wöchentlich und für spontane Besorgungen ist die Filiale in Liezen nur zehn Autominuten entfernt.
Die Kinder von Alexander und Christian bilden mittlerweile bereits die achte Generation der Familie. Ob eines der Kinder später einmal den Familienbetrieb übernehmen wird, lässt sich in diesem Alter natürlich noch nicht absehen. „Wünschenswert wäre es auf jeden Fall“, meint Christian. Den beiden Brüdern ist jedoch vor allem wichtig, die Arbeit im Betrieb authentisch und mit Freude vorzuleben – und das Unternehmen womöglich eines Tages ebenso gesund weiterzugeben, wie sie es übernommen haben. Ein Aufwachsen in einem gastronomischen Umfeld sehen sie generell als wertvolle Lebensschule, ganz unabhängig davon, welchen beruflichen Weg ihre Kinder später einschlagen werden.
Auch in die Zukunft blicken die Brüder optimistisch. Sie möchten den Betrieb so verantwortungsvoll weiterführen, wie es bereits ihre Eltern getan haben. Für die kommenden Jahre wünschen sie sich ein dynamisches, zugleich aber nachhaltiges Wachstum. Konkrete Pläne gibt es bereits: 2028 ist der Start vom Umbau des Puttererseehofs vorgesehen. Dabei sollen Zimmer erweitert, bestehende modernisiert und vor allem die Küche – das Herzstück des Betriebes – umgebaut werden. An erster Stelle ihrer persönlichen Wunschliste steht jedoch etwas ganz anderes: dass der Familienzusammenhalt weiterhin so stark bleibt, alles gut funktioniert und vor allem alle gesund bleiben.
Die Putterer Betriebe – Puttererseehof und Putterer Schlössl werden ganzjährig, der Putterersee (Sommerbetrieb) und der Putterer Stadl (Winterbetrieb) saisonal als Familienbetrieb geführt – begeistern Gäste aller Art: Familien, Fischer, Schulklassen, Vereine und diverse Gruppen. Je nach Saison arbeiten zwischen 20 und 30 Mitarbeiter:innen in den Betrieben. Seit der Erweiterung um den Putterer Stadl im Skigebiet Riesneralm können viele von ihnen nun das ganze Jahr über beschäftigt werden. Bereits seit über 20 Jahren ist Familie Dornbusch Kunde bei Eurogast Liezen.
Viele spannende Themen und Trends rund um Gastronomie und Hotellerie sowie News aus der Eurogast Welt warten auf Sie

Suchen Sie den Eurogast Partner in Ihrer Nähe oder wählen Sie diesen einfach im Dropdown-Menü aus: